WE ARE THE CITY (can) | HOPE (d)

Freitag, 21. Februar 2020, 21:00 - 2:00

RÖDA Steyr

Das kanadische Art Rock Trio WE ARE THE CITY kündigt
die Veröffentlichung seines neuen, inzwischen fünften Albums an: „RIP“
erscheint am 24.01.2020 auf Sinnbus (EU), Tooth and Nail (USA) und Light
Organ (ROW).

Mit der Veröffentlichung des Vorgängers „AT NIGHT“ bereits mit
angedeutet, ist „RIP“ das zusammenhängende Begleitalbum, das als
leuchtender Prog-Pop-Kontrapunkt fungiert zum deutlich experimentelleren
und wilderen Charakter von AT NIGHT.

Zwei Jahre verbrachten WE ARE THE CITY damit, „RIP“ zu kreieren.
Meisterlich gemischt von JUNO-Gewinner Matty Green (The Weeknd, Frank
Ocean, Paul McCartney) und Steve Bays (Hot Hot Hot Heat, Mounties) ist
es ein emotionales Prog-Pop-Opus voller Hymnen, wie auch intime
Auseinandersetzung mit der Sterblichkeit.

Ein gemeinsamer Freund aus Kindertagen, der zu der Zeit plötzlich
verstarb, als die Band mit der Arbeit am Album beschäftigt war, setzte
tragisch einen neuen Fokus. We Are The City ließen daraufhin ihren
Seelen freien Lauf, während sie gemeinsam Texte schrieben. Und sie
hielten nichts zurück: „God&Man“ ist ein bekenntnishaftes Exposé
über vergangene Schamgefühle. Der schmerzende Titeltrack „R.I.P.“ ist
eine so bitteresüße Reflektion über die verlorene Freundschaft, auf dem
eine improvisierte One-Take-Aufnahme von Sänger Cayne McKenzie zu hören
ist, nur wenige Tage nach Bekanntwerden des plötzlichen Todes seines
Freundes.

„Wir gingen dorthin zurück, wo alles für uns begonnen hatte (Kelowna)
und das hatte es ziemlich in sich“, erinnert sich Schlagzeuger Andrew
Huculiak. „Es gibt einige Momente auf der Platte, wo Cayne fast weint,
wenn er singt und ich weiß nicht, ob das in einem Studio auf die gleiche
Weise funktioniert hätte. Wir fingen ein ehrliches und echtes Gefühl
ein, fingen ein, wo wir uns gerade befinden.“

Sänger und Keyboarder Cayne McKenzie, Schlagzeuger Andrew Huculiak
und Gitarrist David Menzel gründeten We Are The City schon als Teenager
und im folgenden Jahrzehnt nutzen sie das Projekt als Ventil für ihre
wildesten, kreativen Launen. Sie haben maskierte Alter-Egos enthüllt
(High School EP 2011), ein Album mit dazugehörigem norwegischsprachigen
Spielfilm (Violent 2013) produziert und einen falschen Live-Stream ihrer
Aufnahmesessions inszeniert (Above Club 2015). „Ash“, ein neuer
Spielfilm, wiederum unter der Regie von Huculiak, feierte gerade seine
Weltpremiere auf dem Vancouver International Film Festival. Obwohl „Ash“
nicht direkt mit „RIP“ in der gleichen Art und Weise verbunden ist, wie
es „Violent“ war, verfolgt er ähnlich unnachgiebig die
Auseinandersetzung mit moralischen Ambiguitäten und menschlichen
Fehlern. Er wurde in der Region Okanagan in British Columbia während der
verheerenden Waldbrände von 2017 gedreht und enthält wiederum einen
Original-Soundtrack von Cayne McKenzie.

We Are The City werden Anfang 2020 in Europa auf Tour gehen.


HOPE

Marschieren, Gewalt, sklavische Disziplin, Technokratie und Techno,
das ist Deutsch. Ironischer: wann immer ausserhalb von Deutschland eine
deutsche Band geliebt wird, dann genau dafür. Am deutlichsten wird das
bei DAF, Kraftwerk und Rammstein. Aber kann es deutsche Popmusik geben?

Würde Portishead heute in Berlin gegründet werden und Josef Beuys
mit einer groben Drahtbürste diBand in Stücke reissen, um sie in einem
dunklen, 30 Meter hohen Silo zur künstlichen Produktion für Eisberge
auszustellen, käme dieses Gesamtkunstwerk Hope wohl am nächsten.
ALGIERS und IDLES waren die ersten, die sich ausserhalb von Deutschland
in dieses zerberstende emotionale Monster von Band verliebt haben, und
mit denen sie ausgiebig auf Tour gingen. Dann wurden Hope von der Presse
beim Eurosonic als neues, weirdes Popwunder gefeiert. („Ballet mixes
with Post-Punk better than you think“ – buzz.ie, „a monumental
experience“ – NBHAP.com)

Ihr selbstbetiteltes Debütalbum haben sie mit Olaf Opal (The
Notwist) in einer zerfallenen Lungenheilanstalt aufgenommen, um die
innere Zerstörung und Kälte einzufangen.
Es hat das Zeug zum zeitlosen Klassiker. Songs wie Raw, Cell, Kingdom
und Drop Your Knives versprühen mehr dunkle und dystopische Energie als
alle Black-Mirror-Staffeln zusammen. Es sind Lieder, die dem
entmystifiziertem, gentrifiziertem und kunstfreien Raum „Berlin“
entstanden sind.

Die einzige Antwort auf die Gesellschaft in ihrem derzeitigen Stadium
kann nur die radikalste, unmittelbarste und freiste Kunst sein.

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